Vive l’art: Marrakesch entwickelt sich zunehmend zum Mekka nordafrikanischen Kunstgeschehens

30. Januar 2018, 14:07 Uhr

Als das Yves-Saint-Laurent-Museum kürzlich in Marrakesch seine Pforten öffnete, ging es dabei nicht nur um die Erinnerung an den geschätzten Modeschöpfer, sondern auch um eine Hommage an das gesamte künstlerische Schaffen unter marokkanischem Einfluss. Denn das YSL-Museum ist nur einer der vielen aktuellen Schritte des vergleichsweise liberalen Köigshauses, das nordafrikanische Land zum pulsierenden Zentrum der nordafrikanischen Kunstszene zu erheben.

Residence-Yves-St-Laurent
Im Jardin Majorelle hat Yves Saint Laurent seine zweite Heimat gefunden.

Bereits seit einigen Jahren eröffnen zunehmend mehr Galerien und Ausstellungsräume in der früheren Hauptstadt und zusätzlich wird im La Mamounia Hotel Ende Februar die 1:54 Contemporary African Art Fair abgehalten, deren Ausrichtung beweist, dass Kunstenthusiasten längst nicht mehr nur aus den Ferienhäusern der reichen europäischen Oberschicht stammen, sondern auch im Land selbst das Interesse stetig gewachsen ist.

Das beste Beispiel für diese These bildet die Familie Lazraq, deren Vermögen in der Hotellerie begründet liegt und die am Stadtrand das Museum of African Contemporary Art Al Maaden (MACAAL) eröffnete, was einen weiteren wichtigen Schritt für die Entwicklung der Kunstszene vor Ort darstellte. Denn auch wenn der zeitgenössische Kunstbetrieb Marokkos in weiten Teilen noch den Reichen und Schönen vorbehalten sein mag, so zeigen die gegen Null tendierenden Eintrittspreise des MACAAL doch, dass auch in der Kunst eine sozial Teilhabe gewährleistet werden soll.

Diese großartige Entwicklung bedeutet, dass sich Marrakesch gerade für kunstbegeisterte Touristen zukünftig als begehrte Destination erweisen wird, da sich dort ein wahrer Schmelztiegel aus dem Zusammenwirken europäischer Einflüsse und afrikanischer Kultur präsentiert, der jetzt zur Geburtsstunde einer frischen, unverbrauchten Kunstszene führt, die in Nordafrika bis dato einzigartig ist.

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