Maison de la Photographie

Von der Marrakesch.com-Redaktion Aktualisiert: Oktober 2026 8 Min. Lesezeit
Maison de la Photographie

Kurz erklärt: Die Maison de la Photographie de Marrakech ist ein privates Museum in der Medina. Seit 2009 zeigt sie Fotografien, Glasplatten, Postkarten und Dokumente zu Marokko aus der Zeit von den Anfängen der Fotografie bis 1960. Das Archiv umfasst etwa 10.000 Dokumente. Geöffnet ist täglich von 9:30 bis 19 Uhr.

Was ist die Maison de la Photographie in Marrakesch?

Die Maison de la Photographie ist ein Museum, das sich ganz der historischen Fotografie widmet. Gegründet wurde es von Hamid Mergani und Patrick Manac’h als private Einrichtung, geöffnet ist es seit 2009. Es sitzt in der Medina von Marrakesch, in einem Haus der Altstadt.

Das erklärte Ziel ist es, die Vielfalt Marokkos durch die Augen von Besuchern zu zeigen, anonymen wie berühmten, von den Anfängen der Fotografie bis in die Moderne. Das Haus versteht sich zugleich als Archiv und als Ort, an dem Ideengeschichte sichtbar wird. Im Überblick der Stadt gehört es zu den kleineren, dichten Museen, die du gut in zwei Stunden besuchst. Eine Übersicht aller Häuser steht auf der Seite Museen in Marrakesch.

Wo liegt die Maison de la Photographie?

Die Adresse lautet 46 rue Ahl Fes, Bin Lafnadek, 40030 Marrakesch. Das Haus liegt mitten in der Medina, in einem Gassengeflecht, in dem Taxis nicht bis zur Tür fahren. Plane den letzten Abschnitt zu Fuß ein und lass dir den Weg von deinem Riad beschreiben oder nutze eine Karten-App.

Die Gassen wirken auf den ersten Blick verwirrend, doch Schilder und Passanten helfen. Wer das Museum mit einem Bummel durch die Souks verbindet, spart Wege. Frage im Zweifel nach der Maison de la Photographie.

Was zeigt die Dauerausstellung?

Die Dauerausstellung trägt den Titel „Photographic treasures of Morocco“, also fotografische Schätze Marokkos. Sie zeigt frühe Techniken: Albuminabzüge ab 1870, Glasplatten, Autochrome und Silberabzüge. Ein Albuminabzug ist ein Papierbild aus dem 19. Jahrhundert, ein Autochrom ein früher Farbfilm auf Glas, eine Glasplatte ein Negativ auf Glas statt auf Film.

Wer sich nur flüchtig für Fotografie interessiert, erlebt das Haus als Zeitreise. Du siehst, wie Reisende, Händler, Ethnologen und Fotografen Marokko im Lauf von rund neunzig Jahren festgehalten haben, und wie sich Blickwinkel verändern. Wer sich tiefer einlässt, findet in den Bildunterschriften Informationen zu Orten, Menschen und Techniken.

Was steckt im Archiv?

Das Archiv umfasst nach Angaben des Hauses etwa 10.000 Dokumente zu Marokko und Afrika aus der Zeit von 1870 bis 1960. Es besteht aus Fotografien, Glasplatten, Postkarten, Zeitungen, Karten und Dokumentarfilmen. Hinzu kommen eine Bibliothek und Zeitschriften.

Besondere Bestände sind ein seltener Satz von 800 Glasplatten zum Hohen Atlas und ein Farbdokumentarfilm von Daniel Chicault aus dem Jahr 1957 mit dem Titel „Landschaften und Gesichter des Hohen Atlas“. Wer die Berge südlich der Stadt kennt, etwa aus dem Atlasgebirge, sieht sie hier aus historischer Perspektive. Ein weiterer Bestand ist eine umfangreiche Sammlung von Postkarten aus Marrakesch.

Welche Postkarten und Schenkungen gibt es?

Die Postkarten aus Marrakesch decken Themen wie Wadis, Mehallas, Szenen und Typen sowie Judaica ab. Die Karten zeigen Straßen, Märkte und Berufe und sind ein Fenster in den Alltag vergangener Jahrzehnte.

Das Archiv wächst durch Schenkungen und Ankäufe. Genannt werden unter anderem Schenkungen von Daniel Chicault, Ana Muller und Jean Pierre Evrad. Auf der Website des Hauses findest du Seiten zu Schenkungen, Neuerwerbungen, einem Index der Fotografen und einem Index der Postkarten. So lässt sich vor dem Besuch recherchieren, was dich besonders interessiert.

Welche Ausstellungen laufen aktuell?

Im Oktober 2026 nennt das Haus mehrere aktuelle Ausstellungen: „Morocco, Views from yesterday and today“, „Felix, a life in Marrakesch“ und „Rosine Mazin in Morocco, 1969–1971“. Dazu kommt eine Schau unter dem Titel „Black and white“. Die Programme wechseln, prüfe daher kurz vor dem Besuch, was zu sehen ist.

Als Foto des Monats zeigt das Museum im Oktober 2026 ein Porträt einer Glaoua-Frau in festlicher Kleidung aus dem Hohen Atlas, aufgenommen um 1940 von Jacques Belin. Solche Einzelbilder geben einen guten Einstieg in die Sammlung und wechseln monatlich.

Gibt es Ausstellungen außerhalb des Hauses?

Ja, das Museum zeigt Teile seiner Sammlung auch außerhalb der eigenen Räume. Zu den Wanderausstellungen zählen unter anderem „Die Medina von Marrakesch zur Zeit von Denise Masson“, „René Bertrand: Die 1000 Gesichter Marokkos“, Luftaufnahmen von Marrakesch aus den 1950er-Jahren und „Marokkanische Seiden“ von Lucien Vogel aus dem Jahr 1922. Das Haus arbeitet außerdem mit Schulen und Kultureinrichtungen zusammen.

Die Ausstellung „Photo Tangier International Image Festival“ gehört ebenfalls zu den Projekten außerhalb der Mauern. Das zeigt, dass das Museum mehr ist als ein einzelnes Haus: Es ist ein Netzwerk für fotografisches Erbe.

Wie sind Öffnungszeiten und Eintritt?

Das Museum ist täglich von 9:30 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 80 MAD, für Einwohner 50 MAD, Kinder unter 15 Jahren zahlen nichts. Die Angaben stammen vom Haus selbst und gelten mit Stand Oktober 2026.

Tickets werden nicht online verkauft. Du bezahlst vor Ort, mit Karte oder in bar. Ein Ticket berechtigt auch zum Besuch des Marrakech Music Museum, eines Partnermuseums. Prüfe Öffnungszeiten und Preise vor deinem Besuch, denn sie können sich ändern.

Was gibt es im Shop und bei den Publikationen?

Der Shop des Museums verkauft Abzüge aus der eigenen Werkstatt in Marrakesch. Das ist eine Alternative zu den üblichen Souvenirs in den Souks, wenn du ein historisches Motiv nach Hause mitnehmen möchtest. Frage nach Formaten und Bildern, bevor du dich entscheidest.

Zu den Publikationen des Hauses gehören die Bände „Noir & Blanc“ und „Photography, A female conquest“ sowie eine Veröffentlichung zum Marrakech Music Museum. Wer sich für Fotografiegeschichte interessiert, findet hier Lesestoff für die Rückreise.

Wie lange dauert ein Besuch?

Für einen ersten Eindruck reichen etwa eine bis zwei Stunden. Wer sich für die Technikgeschichte, die Postkarten und das Archiv interessiert, plant mehr Zeit ein. Der Rundgang ist überschaubar und eignet sich gut für den Vormittag oder für eine Pause von der Hitze.

Kombiniere das Museum mit anderen Zielen in der Altstadt. Zwei Häuser pro Tag sind gut machbar, mehr ermüdet. Ein Plan für die Reihenfolge von Stationen steht im Vorschlag Marrakesch in 3 Tagen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Besuch?

Das Museum ist täglich geöffnet, daher bist du bei der Tageswahl flexibel. Im Sommer bieten die Innenräume Schutz vor der Sonne, bei Regen im Herbst und Winter sind sie eine gute Alternative. Weitere Hinweise zu den heißen Monaten stehen auf der Seite Marrakesch im Juli.

Wenn du Ruhe suchst, gehe am frühen Vormittag oder spät am Nachmittag. Nimm für die Innenräume ein Tuch oder eine leichte Jacke mit.

Wie fotografiere ich im Museum?

Ob und wie du im Museum fotografieren darfst, regelt das Haus. Frage beim Eintritt nach den Regeln, und respektiere Hinweisschilder. Bei historischen Abzügen können Blitz und Spiegelungen die Wahrnehmung stören, daher ist ruhiges Licht ohne Blitz die bessere Wahl.

Wer selbst fotografiert, nimmt aus dem Besuch viel mit. Die historischen Aufnahmen zeigen, wie Bildaufbau, Licht und Motivwahl wirken. Danach schaust du die Medina vielleicht mit anderen Augen an.

Was kann ich in der Nähe unternehmen?

In der Medina sind weitere Ziele gut zu Fuß erreichbar. Kunst und Architektur bietet die Medersa Ben Youssef. Wer es ruhiger mag, besucht den Garten Le Jardin Secret. Plane die Wege vorher auf einer Karte, denn die Entfernungen in den Gassen täuschen.

Zum Mittagessen eignen sich Cafés und Restaurants in der Altstadt. Mache nach dem Museum eine Pause und gehe erst danach weiter. Das schont die Konzentration, denn die Bilder wollen verarbeitet werden.

Für wen lohnt sich die Maison de la Photographie?

Für alle, die Marokko über Bilder verstehen wollen. Die Ausstellung ist ein Gegengewicht zum schnellen Blick der Smartphone-Fotografie. Sie zeigt Menschen, Orte und Berufe, die es teilweise nicht mehr gibt, und macht deutlich, wie sich das Bild des Landes im Lauf der Zeit verändert hat.

Auch Familien mit älteren Kindern finden Anknüpfungspunkte, denn Kinder unter 15 Jahren haben freien Eintritt. Für kleine Kinder ist das Museum weniger geeignet, weil es um stilles Betrachten geht. Fotografie-Liebhaber planen mehr Zeit ein.

Geheimtipp: Schau dir vor dem Besuch auf der Website des Hauses den Index der Fotografen an und suche dir zwei oder drei Namen aus. Im Museum erkennst du dann Handschriften wieder, und der Rundgang wird zu einer kleinen Entdeckungsreise statt zu einem schnellen Durchgang.
Weiter entdecken: Einen ruhigen Rückzugsort in der Altstadt beschreibt die Seite Le Jardin Secret.

Häufige Fragen zur Maison de la Photographie

Wann ist die Maison de la Photographie geöffnet?

Täglich von 9:30 bis 19 Uhr, Stand Oktober 2026. Prüfe die Zeiten vor dem Besuch.

Was kostet der Eintritt?

Erwachsene zahlen 80 MAD, Einwohner 50 MAD, Kinder unter 15 Jahren nichts (Stand: Oktober 2026).

Kann ich Tickets online kaufen?

Nein, Tickets gibt es vor Ort gegen Zahlung mit Karte oder in bar.

Was zeigt das Museum?

Historische Fotografien, Glasplatten, Postkarten und Dokumente zu Marokko, ein Archiv mit rund 10.000 Dokumenten.

Gilt das Ticket auch für ein anderes Museum?

Ja, es berechtigt auch zum Besuch des Marrakech Music Museum.

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