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Kurz erklärt: Marokko liegt in einer seismisch aktiven Zone, deshalb sind Erdbeben möglich. Im September 2023 erschütterte ein schweres Beben den Hohen Atlas südlich von Marrakesch. Von November bis März kommen im Atlas starke Schneefälle und Überflutungen dazu. Wetterwarnungen und Straßensperrungen prüfst du online, Bergtouren buchst du nur mit registrierten Führern.
Wie hoch ist die Erdbebengefahr in Marrakesch?
Marokko liegt in einer seismisch aktiven Zone, weshalb es zu Erdbeben kommen kann. Eine Vorhersage von Erdbeben gibt es weltweit nicht. Wer nach Marrakesch reist, sollte das Thema deshalb ohne Panik, aber mit einem Plan im Kopf behandeln.
Befasse dich vor der Reise kurz damit, was im Ernstfall zu tun ist. Das dauert fünf Minuten, kostet nichts und gibt Sicherheit. Verhaltenshinweise bei Erdbeben veröffentlicht das Deutsche GeoForschungsZentrum.
Was geschah beim Erdbeben im September 2023?
Im September 2023 erschütterte ein schweres Erdbeben den Hohen Atlas südlich von Marrakesch. Das Epizentrum lag in der Provinz Al Haouz, und besonders betroffen waren abgelegene Bergdörfer, die schwer zugänglich sind. In Marrakesch selbst wurden Teile der Stadtmauer der Medina beschädigt.
Die Altstadt von Marrakesch gehört zum Weltkulturerbe. Wenn du einen bestimmten Ort besuchen willst, schaue vorher nach dem aktuellen Stand, besonders bei Denkmälern wie der Koutoubia und den Anlagen rund um die Medina.
Kann ich heute noch nach Marrakesch reisen?
Ja. Für Marrakesch und den Hohen Atlas besteht keine Reisewarnung. Dringend abgeraten wird nur von Reisen in das Gebiet der Westsahara und in die unmittelbare Grenzregion zu Algerien (Stand: Oktober 2026).
Wie du dich in der Stadt sicher bewegst, steht auf der Seite Sicherheit in Marrakesch. Dort findest du auch die Antwort auf die Frage, ob eine Reise nach dem Erdbeben vertretbar ist. Wer einen Ausflug ins Hochgebirge plant, informiert sich zusätzlich über den Zustand der Straßen und der Unterkünfte vor Ort.
Was tue ich bei einem Erdbeben?
Bleibe ruhig und handle gezielt. Im Gebäude suchst du Schutz unter einem stabilen Tisch oder an einer tragenden Innenwand, weg von Fenstern, Spiegeln und herabfallenden Gegenständen. Du hältst dich fest und schützt Kopf und Nacken mit den Armen. Renne nicht während des Bebens die Treppe hinunter, und benutze keinen Aufzug.
Wenn das Beben nachgelassen hat, verlässt du das Gebäude über die Treppe und suchst einen offenen Platz, abseits von Mauern, Balkonen und Stromleitungen. In den Gassen der Medina sind hohe Lehmwände und Dachkanten die Gefahr. Rechne mit Nachbeben und gehe nicht sofort zurück ins Haus. Lass dir die Verhaltenshinweise des GeoForschungsZentrums vorab zeigen, bevor du reist.
Worauf achte ich bei der Wahl der Unterkunft?
Frage nach dem Weg zum Ausgang und schaue bei der Ankunft, wo die Treppe liegt und wie du ins Freie kommst. In Riads mit schmalen Innenhöfen und mehreren Stockwerken ist das schnell erledigt. Wähle bei der Buchung Zimmer in den unteren Stockwerken, wenn dich das beruhigt, und lass dir vom Personal zeigen, wo sich der nächste offene Platz befindet.
Gute Häuser nehmen das Thema ernst. Mehr zu den Unterkunftsarten findest du auf der Seite Riad oder Hotel?. Für die Entscheidung zählt am Ende dein Wohlbefinden: Wer ruhiger schläft, wenn er im Hotel mit Aufzug und breiten Fluren wohnt, sollte das wählen.
Wie gefährlich sind Schnee und Überflutungen im Atlas?
In der Regenzeit, etwa von November bis März, kann es insbesondere im Hohen Atlasgebirge zu starken Schneefällen, Überflutungen und damit zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen. Straßen können gesperrt sein, Pässe unpassierbar. Wer im Winter einen Tagesausflug ins Gebirge plant, sollte flexibel bleiben und Alternativen im Kopf haben.
In den Tälern kann das Wasser schnell steigen, auch wenn es am Ort gar nicht regnet, weil der Regen weiter oben fällt. Beachte stets Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Behörden. Wie sich die Reisezeit auf deine Pläne auswirkt, zeigt die Seite Beste Reisezeit für Marrakesch. Besonders relevant ist das für das Ourika-Tal und das übrige Atlasgebirge.
Wie plane ich einen Wintertag im Atlas mit Puffer?
Rechne für jeden Ausflug mit Verzögerungen. Plane die Rückkehr nach Marrakesch nicht auf die letzte Minute vor einem Abendessen, einem Flug oder einer Veranstaltung, sondern lasse Zeit für Umleitungen und gesperrte Abschnitte. Wer abends zum Flughafen muss, legt den Ausflug besser auf den Vortag.
Ziehe dich im Winter nach dem Zwiebelprinzip an. In den Tälern und auf den Pässen ist es deutlich kälter als in der Stadt, und Wind und Nässe verstärken das. Feste Schuhe mit gutem Profil, eine wasserdichte Jacke, Mütze und Handschuhe gehören ins Gepäck, dazu Wasser und etwas zu essen. Eine Powerbank hält das Handy am Leben, wenn du Karte und Warnungen brauchst.
Frage deinen Fahrer, ob er die Strecke im Winter regelmäßig fährt. Ortskundige kennen die Stellen, an denen Schnee oder Wasser die Straße zuerst unpassierbar machen, und sagen rechtzeitig, wann Umkehren die bessere Entscheidung ist. Folge dieser Einschätzung, auch wenn das Ziel nur noch wenige Kilometer entfernt wäre. Kein Foto und kein Wasserfall ist ein Risiko wert.
In welchen Monaten sind die Risiken im Gebirge am größten?
Die Regenzeit dauert etwa von November bis März. In diesen Monaten sind starke Schneefälle und Überflutungen im Hohen Atlas am wahrscheinlichsten. Wie sich das Wetter in der Stadt selbst in diesen Monaten anfühlt, beschreiben die Seiten Marrakesch im November, Marrakesch im Dezember, Marrakesch im Januar, Marrakesch im Februar und Marrakesch im März.
Wer Berge und Wasserfälle am liebsten bei trockenen Wegen erlebt, plant Ausflüge außerhalb dieses Zeitraums. Wer im Winter reist, sucht sich Ziele aus, die weniger von der Witterung abhängen, und behält bei den Plänen für die Berge Reserven.
Wo finde ich Wetterwarnungen und Straßensperrungen?
Über die aktuelle Wetter- und Gefahrenlage informiert die Webseite der Generaldirektion für Meteorologie (GDM). Unter dem Stichwort „Vigilance générale“ gibt es dort eine interaktive Landkarte, auf der die Warnstufen markiert sind. Gesperrte Streckenabschnitte oder Umleitungen findest du auf der Webseite ADMtrafic.ma.
Zusätzlich lohnt der Blick in die lokalen Medien, etwa „Le Matin“ in französischer Sprache und „Hespress“ in englischer Sprache. Prüfe die Lage am Abend vor dem Ausflug und am Morgen noch einmal, und frage deinen Fahrer oder die Unterkunft nach dem Stand der Straßen. Zu Fahrten mit dem eigenen Wagen steht Wichtiges auf der Seite Mietwagen in Marrakesch.
Welche Regeln gelten für Bergtouren und Wüstentouren?
Unternimm Trekking-Touren in den Bergregionen und Offroad-Touren in den Wüstengebieten grundsätzlich nur in einer Gruppe und mit registrierten landeskundigen Reiseführern. Vermeide es, allein und abseits von Straßen zu reisen. Erkundige dich gegebenenfalls tagesaktuell nach der Sicherheitslage für Touren bei den marokkanischen Polizeibehörden.
Wüstentouren in die Dünenlandschaften Südmarokkos können mit einem ortskundigen Reiseveranstalter und vorzugsweise als Gruppe durchgeführt werden. Die aktuelle Sicherheitslage solltest du vor jedem Reiseantritt bei dem jeweiligen Reiseveranstalter erfragen. Ein Ausflug in die Agafay-Wüste vor den Toren der Stadt ist ein gängiger Einstieg. Eine Übersicht über Touren gibt die Seite Ausflüge und Touren.
Wie bereite ich mich auf den Ernstfall vor?
Informiere dich vor der Reise über die Lage und registriere dich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts. Mit dem Newsletter oder der App „Sicher Reisen“ erhältst du Warnungen direkt. Speichere die wichtigen Nummern, die Adresse deiner Unterkunft und die Kontaktdaten der Deutschen Botschaft in Rabat auf dem Handy und auf Papier.
Packe in den Rucksack für Ausflüge ein geladenes Handy, eine Powerbank, Wasser, Medikamente und eine Kopie des Reisepasses. Wie du mobil erreichbar bleibst, steht auf der Seite Handy, SIM und Strom. Gib bei Ausflügen deiner Unterkunft Bescheid, wohin du fährst und wann du zurück bist.
Was ändert sich nach einem Beben für den Alltag?
Nach einem Beben können Hilfsmaßnahmen, Straßensperrungen und die Wiederherstellung von Gebäuden Teile der Stadt und des Umlands prägen. Reisende, die helfen wollen, spenden besser über anerkannte Organisationen, als selbst in Katastrophengebiete zu fahren. Das stört die Rettungsarbeiten.
Sprich mit deiner Unterkunft über die Lage und über sinnvolle Unterstützung, zum Beispiel durch Einkäufe bei lokalen Handwerkern und Gästehäusern. Der Tourismus ist für viele Familien in der Region eine wichtige Einkommensquelle, und Besuche mit Rücksicht helfen mehr als Mitleid.
Häufige Fragen zu Erdbeben und Naturgefahren
Gibt es in Marrakesch Erdbeben?
Ja, Marokko liegt in einer seismisch aktiven Zone. Im September 2023 gab es ein schweres Beben im Hohen Atlas südlich der Stadt.
Ist Marrakesch heute noch ein sicheres Reiseziel?
Ja. Eine Teilreisewarnung für Marrakesch gibt es nicht. Informiere dich vor der Reise über die aktuelle Lage.
Wo sehe ich Wetterwarnungen?
Auf der Website der Generaldirektion für Meteorologie unter dem Stichwort „Vigilance générale“.
Wie erfahre ich von gesperrten Straßen?
Auf der Website ADMtrafic.ma.
Darf ich allein in den Atlas wandern?
Trekkingtouren unternimmst du grundsätzlich nur in der Gruppe und mit registrierten landeskundigen Führern.
