Kamelmärkte in Marrakesch
Eine Reise nach Marrakesch ist eine Reise in eine fremde Welt und eine andere Zeit.
Wer hier aus Europa nach Marokko anreist, fühlt sich zurück versetzt in die Zeiten und Schauplätze vieler Erzählungen seiner Kindheit, an die faszinierenden Welten aus 1001 Nacht.
Die wunderschöne Stadt, die im Jahre 1062 gegründet wurde, besteht aus einem Irrgarten von verwinkelten Gassen und Gässchen und wird noch heute von einem bestens funktionierenden, unterirdischen Wassersystem aus dem 11. Jahrhundert versorgt.
Marrakesch verzaubert uns zu jeder Tages- und Nachtzeit mit seinem ungezähmten Leben, das überall in den Gassen, Plätzen und auf den zahlreichen Märkten zu pulsieren scheint.
Wahrsager, Tänzer, Jongleure und Märchenerzähler entführen uns Tag für Tag in Länder jenseits der Phantasie.
Viele Sehenswürdigkeiten wie berühmte Minarette, Moscheen und Gärten lassen uns den Aufenthalt als kurzweilig empfinden. Kaum kann alles in der kurzen Urlaubszeit bewältigt werden.
Eine ganz besondere Attraktion aber, die sich niemand entgehen lassen sollte, ist der Kamelmarkt von Marrakesch.
Entstehung und Geschichte des Kamelmarktes
Der weit über die Grenzen Marrakeschs hinaus bekannte “Kamelmarkt” liegt im Viertel Douar Laaskar, etwa fünf Kilometer außerhalb der Stadt.
Die Institution des Kamelmarktes stammt bereits aus den Zeiten der Stadtgründung im frühen 11. Jahrhundert.
Da das Kamel, das zu diesen Zeiten in den Anfängen seiner Domestizierung war, bestens an das Klima mit Hitze und Trockenheit angepasst war, wurde es bevorzugt als Transport- und Lastentier eingesetzt.
Sowohl für den Transport schwerer Waren innerhalb der Stadtgrenzen, als auch für das Zurücklegen langer Strecken durch wüstenhafte Zonen Marokkos, schien es das ideale Transporttier zu sein.
Auf dem in regelmäßigen Abständen stattfindenden Kamelmarkt wechselten die Tiere ihren Besitzer.
Kamelhändler kamen über weite Strecken hier her, um ihre wertvolle lebendige Ware an die Händler und Handwerker von Marrakesch zu verkaufen oder zu tauschen.
Wie in alter orientalischer Tradition üblich, wurde hier nicht nur verkauft, gekauft und getauscht, sondern bis zum Letzten gefeilscht und gehandelt.
Da der Markt eine der wenigen Gelegenheiten war, bei dem Einheimische und reisende Händler aufeinander trafen, war dieser auch Umschlagplatz für die neusten Nachrichten aus anderen Landesteilen.
Der Kamelmarkt heute
Obwohl manche Reiseführer immer wieder darauf hinweisen, dass der Kamelmarkt seinen Namen heute nicht mehr verdient, ist und bleibt er ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt.
Da das Kamel als Lastentier und Transportmittel auch in Marokko mittlerweile aus der Mode gekommen ist, wird man hier nur noch selten den Verkauf eines solchen Tieres beobachten können.
Aber auch der Handel um einen Esel oder ein Maultier wird hier zum Erlebnis.
Wer die marokkanischen Männer beim Bieten, Feilschen und Handeln beobachtet und dabei die heiße, mit dem Duft der orientalischen Gewürze geschwängerte Luft atmet, fühlt sich schnell zurückversetzt in die Welt aus 1001 Nacht.



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